Inbound oder Outbound? Die wichtigsten Unterschiede


Marketing hat das Ziel, Kunden und Unternehmen zusammenzubringen. Es gibt verschiedene Herangehensweisen, mit denen sich dieses Ziel mehr oder weniger erfolgreich umsetzen lässt. Zwei davon sind Inbound- und Outbound-Marketing. Mit dem kontinuierlich im Wandel befindliche Kaufverhalten von Konsumenten hat sich in der Vergangenheit immer mehr die Inbound-Methode etabliert und das Outbound-Marketing zunehmend verdrängt. Zwar sind Outbound Methoden nicht vollständig verschwunden, haben jedoch in ihrer Relevanz deutlich eingebüßt. Nicht ohne Grund stehen die Zeichen der Zeit deutlich auf der Inbound Alternative. In diesem Artikel möchten wir Ihnen detailliert die wichtigsten Unterschiede zwischen Inbound und Outbound vorstellen. Nicht ohne Grund stehen die Zeichen der Zeit deutlich auf der Inbound Alternative. In diesem Artikel möchten wir Ihnen detailliert die wichtigsten Unterschiede zwischen Inbound und Outbound vorstellen.

Inbound und Outbound – Die Grundlagen

Outbound-Marketing folgt der sogenannten Push-Strategie. Dabei versucht das Unternehmen aktiv Kunden zu finden, indem es zielgruppengerechte Werbung zum Beispiel in Form von TV-Spots oder Printanzeigen verbreitet. Eine wichtige und zentrale Methode des Outbound-Marketings ist die Kaltakquise. Dabei wird ein bedeutender Nachteil des Outbound-Marketings besonders deutlich sichtbar: Die angesprochenen Personen werden „kalt“, das heißt unvorbereitet, angesprochen. Sie haben möglicherweise überhaupt kein Interesse an dem angebotenen Produkt und keine Ahnung, warum das Gegenüber ausgerechnet sie mit seinem Anliegen anspricht. Gleiches gilt grundsätzlich für Internetwerbung, die ein Video unterbricht oder ohne Vorwarnung auf einer Webseite aufpoppt. Auch wenn beide genannten Varianten zu einem Teil auf nachvollziehbaren Grundlagen der Zielgruppendefinition basieren, empfindet eine Mehrheit diese Art der Werbung als störend. Viele sind sogar geübt darin, diese zu ignorieren, was einen großen Nachteil für Unternehmen bedeutet.

 

Die Methoden des Outbound-Marketings

Outbound-Marketing setzt auf klassische Methoden. Diese bieten den Vorteil einer hohen Reichweite und Bekanntheit. Allerdings sind sie in den meisten Fällen weniger zielgerichtet als die Methoden des Inbound-Marketings. Zu den Kanälen des Outbound-Marketings zählen unter anderem:

 

  • Printanzeigen
  • Plakatwerbung
  • Outbound Telefonie / Outbound Call Center
  • TV-Spots
  • Radiowerbung
  • Kaltakquise
  • Massenmails

 

All diese Kanäle haben gemeinsam, dass sie darauf abzielen, eine andere Aktivität zu unterbrechen, um die Aufmerksamkeit des Nutzers vollständig auf die Werbung zu lenken. Besonders anschaulich wird dies bei TV-Werbespots, die einen Film unterbrechen oder bei einem Pop-Up auf einer Webseite, das Sie zum Abonnieren eines Newsletters auffordert.

Aufgrund der Masse an Werbeanzeigen, haben sich viele Internetnutzer daran gewöhnt diese zu ignorieren. Spamfilter und Adblocker lassen kaum noch zu, dass Anzeigen auch wirklich auf der Webseite erscheinen. Internetwerbung nach dem Outbound-Prinzip bringt dementsprechend hohe Streuverluste mit sich. Doch hat Outbound-Marketing damit in einer Zeit, in der sich so vieles über das Internet entscheidet, komplett ausgedient? Die Antwort lautet nein oder eher: Es kommt darauf an, welches Ziel Sie genau verfolgen. So eignet sich Outbound-Marketing für die Etablierung einer Marke beziehungsweise des Markenimages. Die für das Outbound-Marketing typische einseitige Kommunikation reicht zu diesem Zweck aus. Für eine dauerhafte Kundenbindung ist es allerdings nötig, dass auch die Interessenten miteinbezogen werden und mit dem Unternehmen in einen Dialog treten.

 

Der Siegeszug des Inbound Marketings

Inbound-Marketing versucht die typischen Nachteile von Outbound Marketing so gut wie es geht zu eliminieren, indem es die Pull-Strategie anwendet. Das Unternehmen wird von seinen Kunden gefunden und nicht andersherum. Ist ein Interessent zum Beispiel auf eine Unternehmenswebseite gestoßen, wird er oder sie dort mit hochwertigem Content versorgt, der tatsächlich zu den Interessen passt beziehungsweise bei der Lösung eines Problems weiterhilft. Bildlich gesprochen läuft das Unternehmen also nicht mehr mit einem Megafon durch ein Stadtviertel mit statistisch großer Anzahl potenzieller Interessenten und verbreitet lauthals seine Botschaft, sondern spricht gezielt die Personen an, die bereits aktiv Interesse an dem gebotenen Angebot bekundet haben.

Mit der Einführung des Online- und Suchmaschinenmarketings ist das Outbound-Marketing immer mehr in den Hintergrund gerückt. Das Internet sorgt für einen einfachen Zugriff auf Informationen, was dazu führt, dass Kaufentscheidungen mehr oder weniger bereits vor dem ersten Verkaufsgespräch feststehen. Inbound-Maßnahmen erweisen sich daher als effektiver, weswegen sie inzwischen vermehrt eingesetzt werden.

 

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Die Methoden des Inbound-Marketings

Inbound-Marketing wird erst aktiv nachdem der Interessent auf Ihr Unternehmen aufmerksam geworden ist. Daraufhin durchläuft dieser einen Prozess, an dessen Ende im Idealfall die Umwandlung zum Kunden steht. Damit dies funktioniert, sind vor allem drei Komponenten von großer Bedeutung:

 

  • Content: Hochwertiger Content bildet den Mittelpunkt einer Inbound-Kampagne. Mit Ihm ziehen Sie potenzielle Kunden an und überzeugen von Ihrem Unternehmen.
  • SEO (Search Engine Optimization): Wenn Sie Ihren Content für Suchmaschinen optimieren, wird dieser leichter von potenziellen Kunden gefunden und der Traffic auf Ihrer Webseite wird erhöht.
  • Social Media: Auf Social Media wird Ihr Content geteilt und diskutiert. Dadurch erlangen Sie eine höhere Reichweite und es werden mehr qualifizierte Besucher auf Ihre Webseite gelockt.

 

Diese drei Komponenten werden durch die Gestaltung von Landingpages ergänzt. Eine Landingpage ist eine Webseite, auf die ein potenzieller Kunde über eine Suchmaschine oder eine Anzeige geleitet wird. Sie widmet sich im Idealfall exakt den Informationen, nach denen der Interessent gesucht hat. In den meisten Fällen dienen Landingpages der Generierung von Leads oder der Weiterleitung auf eine andere Seite.

Mit Inbound-Marketing verfolgen Unternehmen das Ziel, möglichst viele qualifizierte Leads zu generieren. Dies geschieht, indem Besucher einer Webseite im Tausch gegen weiterführende Inhalte zu einem bestimmten Thema ihre Kontaktdaten (in der Regel die E-Mail-Adresse) hinterlassen. Hierdurch ist später ein direkter Kontakt zum Interessenten möglich, was wiederum eine Wiederansprache für Werbezwecke erlaubt. Da diese dann gezielt auf die Thematik der vom Lead zuvor angeforderten Inhalte zugeschnitten sein kann, wird der Werbemaßnahme eine höhere Effektivität zugesprochen.

 

Zu den Maßnahmen des Inbound-Marketings gehören unter anderem:

  • Influencer Marketing*
  • Blogging*
  • Erstellung von Content
  • Inbound Telefonie / Inbound Call Center
  • SEO und SEA
  • Video Content

 

* Influencer Marketing und Blogging sind hier ein Sonderfall. Auf der einen Seite scheinen sie klare Beispiele für Inbound Marketing zu sein, da eine fest definierte Zielgruppe eines Influencers oder Blogs mit themennahen Produkten oder Dienstleistungen angesprochen wird. In der Realität werden die Grenzen des Inbound Marketing in diesem Bereich jedoch stark ausgereizt. Nicht selten stehen sie daher den Outbound-Maßnahmen von Magazin- oder Fernsehwerbung näher, bei denen die Größe der Nutzerschaft höher bewertet wird als die Passung des beworbenen Gutes. Von Inbound Marketing kann nur gesprochen werden, wenn die Zielgruppe die Präsentation des Werbeartikels oder Services auch ohne Werbehintergrund erwarten würde. Grundsätzlich muss hier also der Einzelfall betrachtet werden.

Diese Vorteile hat Inbound-Marketing

Inbound-Marketing verfolgt einen modernen Ansatz und richtet sich ganz nach den Bedürfnissen der Zielgruppe. Die Möglichkeiten des Inbound-Marketings bieten Ihnen folgende Vorteile:

Niedrigere Kosten: Die meisten Outbound-Maßnahmen sind mit hohen Kosten verbunden. So müssen Sie für die Produktion eines Werbespots oder für das Mieten einer Werbetafel erstmal tief in die Tasche greifen. Inbound-Marketing hingegen nutzt häufig Kanäle, die grundsätzlich kostenlos bespielt werden können. Einen Blog zu erstellen und selbst mit Inhalt zu füllen oder sich bei Social-Media-Plattformen anzumelden, kostet Sie erstmal nichts, einmal abgesehen von dem benötigten Zeitaufwand. Trotzdem können diese Maßnahmen eine hohe Zahl an Interessenten auf Ihr Unternehmen aufmerksam machen. Aus diesem Grund ist der Marketing-ROI von Inbound-Kampagnen prinzipiell höher, wenngleich natürlich auch für Inbound Marketing-Maßnahmen Kosten entstehen (z.B. für die Contenterstellung oder die Nutzung von Werbefunktionen in sozialen Netzwerken).

Genauere Ausrichtung auf die Zielgruppe: Natürlich ist auch Outbound-Marketing in der Regel auf ein bestimmtes Ziel ausgerichtet. Allerdings werden durch die breite Streuung der Maßnahmen immer auch Menschen miteinbezogen, die aus der Zielgruppe herausfallen und gar kein Interesse an Ihrem Angebot haben. Inbound-Marketing will dagegen nur die Personen erreichen, die sich selbst als potenzieller Kunde qualifiziert haben. Natürlich ist dies nur in seltenen Fällen zu 100% möglich, doch im Gegensatz zum Outbound Marketing liegt der Fokus beim Inbound Marketing explizit auf dieser Zielsetzung.

Gute Messbarkeit: Bei richtiger Einbindung können beim Inbound-Marketing ein Großteil der Online-Aktivitäten nachvollzogen werden. Wie viele Nutzer besuchen meine Webseite und wie hoch ist die Klick- und Öffnungsrate? Das sind Fragen, die sich auf der Grundlage von Zahlen, Daten und Fakten beantworten lassen. Dadurch können Sie Probleme schnell erkennen und beheben sowie die Effizienz Ihrer Maßnahmen steigern. Dazu kommt, dass die Ergebnisse Ihrer Auswertungen aussagekräftiger sind: Klickzahlen von gezielt angesprochenen Leads sagen grundsätzlich mehr über die Güte Ihrer Marketing-Maßnahmen aus als eine Verkaufssteigerung nach Schaltung von Anzeigen in bestimmten Tageszeitungen. Beides kann positive Effekte haben, Inbound-Maßnahmen lassen sich jedoch häufig besser auf explizite Maßnahmen zurückführen als Outbound Maßnahmen.

 

Fazit

Die klassischen Outbound-Maßnahmen werden immer mehr verdrängt. An ihre Stelle tritt das Inbound-Marketing, welches die Kunden mit hochwertigem Content anzieht, anstatt selbst die Hand auszustrecken. Inbound-Maßnahmen fangen dort an, wo eine Person bereits Interesse bekundet hat und erzielen damit oft eine höhere Effektivität als Outbound-Methoden. Dazu kommen potenziell niedrigeren Kosten und eine bessere Messbarkeit dank klarerer Maßnahmen-Attribution.

Letztendlich müssen sich Outbound und Inbound aber nicht zwangsläufig gegenseitig ausschließen. Eine gute Mischung aus beiden Herangehensweisen kann dafür sorgen, dass sich Ihre Reichweite erhöht und insbesondere zu Anfang eignen sich Outbound-Maßnahmen häufig besser für eine solide Aufmerksamkeitsgenerierung.

Sollten auch Sie über die Vor- und Nachteile von Inbound- und Outbound-Marketing nachdenken und sich nicht sicher sein, was für Sie der richtige Weg ist, dann freuen wir uns, wenn wir Sie als Experten für Inbound-Marketing bei der Entscheidung unterstützen können. Kommen Sie bei Fragen gerne unverbindlich auf uns zu und lassen Sie uns gemeinsam an Ihrer Marketing-Strategie feilen!